Was ist ein Girokonto? Definition, Geschichte, Arten, Kosten

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Das Girokonto – kaum einer hat es nicht. Schließlich kannst du damit rund um die Uhr Geld senden und empfangen sowie deinen ganzen Zahlungsverkehr abwickeln. Hier erfährst du, was hinter diesem Kontenmodell steckt.

Girokonto: Allgemeine Definition

Das Girokonto hat seinen Namen von dem italienischen Wort für Kreislauf. Es handelt sich dabei um ein auf deinen Namen oder den Namen von zwei Partnern geführtes Bankkonto, mit dem – einfach erklärt – der Zahlungsverkehr des alltäglichen Lebens abgewickelt wird.

Du kannst zwar Bargeld mit deiner Girokarte von dem Konto abheben, doch viele wichtige Ausgaben wie Miete, Nebenkosten und Raten lassen sich damit per Überweisung und Dauerauftrag erledigen.

Seit 2014 wird für Überweisungen das SEPA-Verfahren genutzt, das Zahlungen im Euro-Raum sicherer und kostenlos macht.

Zu einem Girokonto gehören immer eine IBAN, bei der es sich um deine Kontonummer handelt sowie der BIC, eine Bankleitzahl, die weltweit gilt. IBAN und BIC findest du auf der zum Konto gehörenden Girokarte auf der Vorder- und Rückseite, in deinem Onlinebanking-Portal und deinen Kontounterlagen.

Was ist ein Online-Girokonto?

Ein Onlinekonto wird im Internet geführt. Das Bankingportal deiner Bank übernimmt dabei die Rolle der Filiale. Mit einem Online-Konto kannst du Geld überweisen, Daueraufträge einrichten und jede andere Art Zahlungsverkehr regeln. Für Geldabhebungen und bargeldlosen Zahlungsverkehr erhältst du eine Girokarte.

Der Vorteil: Ein Online-Konto spart den Banken Kosten, was diese wiederum durch ermäßigte oder keine Kontoführungsgebühren an dich weitergeben.

Die Geschichte des Girokontos

Bereits aus dem 11. Jahrhundert gibt es Belege für bargeldlosen Zahlungsverkehr. In Italien im Mittelalter wurden schon Last-oder Gutschriften auf einem Bankkonto vorgenommen und auch erste Überweisungen sind nachgewiesen. Nachteil: Alle Transfers erfolgten mündlich, weshalb ein Konto damals eine regional begrenzte Angelegenheit war.

Im 14. Jahrhundert wurden schriftliche Belege eingeführt und das Bankkonto trat seinen internationalen Siegeszug an.

1619 setzte sich das erste Girokonto bei der Hamburger Bank durch und zwei Jahrhunderte später operierten viele Unternehmen nach diesem Prinzip.

Im 19. Jahrhundert sollte endlich jeder von einem Girokonto profitieren. Der Vorläufer der Postbank wurde gegründet und auch die Sparkasse nahm ihre Tätigkeit auf. Es sollte trotzdem noch bis weit in die 1960er Jahre hinein dauern, bis die Bürger keine Lohntüten mehr erhielten, sondern sich ihr Gehalt auf ein privates Girokonto überweisen lassen konnten.

Weitere Meilensteine in der Geschichte des Bankkontos war die Einführung der Geldautomaten und von Daueraufträgen sowie die ab dem Jahr 2000 wie ein Komet einschlagenden Onlinekonten.

Übrigens: Frauen durften erst ab 1962 ein eigenes Girokonto eröffnen.

Welche Arten gibt es bei einem Girokonto?

Ein Girokonto kann sowohl privat als auch geschäftlich geführt werden. Die Banken bieten daher ganz unterschiedliche Finanzprodukte an, die sich an verschiedene Zielgruppen richten:

  • Privates Girokonto
  • Geschäftskonto für Firmen, Freiberufler, Selbständige und Einzelunternehmer
  • Gemeinschaftskonto als Paarkonto, Ehekonto oder WG-Konto
  • Konto für junge Leute bis 24 und Studentenkonto
  • Kinderkonto

Anhand dieser Liste beantwortet sich auch die häufig gestellte Frage: Wer darf ein Girokonto eröffnen? Im Prinzip ist das Girokonto ein Jedermannkonto.

Übrigens: Als Nicht-EU-Bürger mit einer gültigen Aufenthaltserlaubnis darfst du in Deutschland natürlich auch ein Girokonto eröffnen.

Vorteile eines Bankkontos

Ein Bankkonto hat doch heute jeder – oder etwa nicht? Tatsächlich gibt es immer noch Menschen, die ihren Sparstrumpf bevorzugen. Hier erfährst du die Vorteile von einem Girokonto:

  • Nie wieder Zahlungen verpassen: Miete und Nebenkosten gehen per Dauerauftrag von deinem Bankkonto ab. So vermeidest du Mahngebühren.
  • Geld überweisen: Ob die Finanzspritze für deine Kinder oder die Zahlung einer Rechung – vom Girokonto aus kannst du ganz einfach Geld überweisen. Dank des SEPA-Verfahrens überweist du innerhalb der EU kostenlos Bargeld von deinem Konto.
  • Schutz vor Diebstahl: Wer will schon immer mit der gesamten Barschaft in der Tasche herumlaufen? Mit der zum Konto gehörenden Girokarte hebst du immer ab, was du brauchst oder zahlst im Geschäft gleich mit Karte.
  • Finanzen organisieren: Ein Girokonto hilft dir, die monatliche Übersicht deiner Einnahmen und Ausgaben zu behalten.
  • Flexibel im Ausland: Innerhalb der Eurozone zahlst du mit Karte direkt von deinem Bankkonto oder hebst am Automaten ab. Mit Kreditkarte funktioniert das sogar weltweit.
  • Mehr Geld: Gehört zu deinem Giro-Konto ein Dispokredit, kannst du über einen zusätzlichen finanziellen Rahmen verfügen, wenn am Ende des Geldes noch viel Monat übrig ist.
  • Einfach online shoppen: Die Shoppingwelt des Internets rund um die Uhr kannst du nur genießen, wenn du ein entsprechendes Bankkonto hast, von dem die Zahlungen abgehen.

Was ist notwendig um ein Girokonto zu eröffnen?

In der Regel muss ein Kontoinhaber volljährig sein, doch bieten viele Banken extra ein Girokonto für junge Leute an, das als Taschengeldkonto oder Lehrlingskonto geführt wird. Minderjährige benötigen die Unterschrift ihrer Eltern. Ansonsten bringst du zur Kontoeröffnung deinen Personalausweis mit. Diese Legitimationsprüfung ist gesetzlich vorgeschrieben.

Die meisten Banken wollen auch einen Gehaltsnachweis sehen, doch stellt das eigene Girokonto kein Problem dar, wenn du noch kein Einkommen hast oder staatliche Leistungen beziehst.

Wichtig ist zudem, dass du keine negative Schufa hast, weshalb routinemäßig die Bonität überprüft wird. Bei sogenannten „harten Schufa-Merkmalen“ lehnen die meisten Banken die Kontoeröffnung ab.

Banken verlangen einen Hauptwohnsitz in Deutschland, doch gibt es auch Anbieter, bei denen du ein Onlinekonto aus dem Ausland heraus eröffnen kannst.

Um ein Bankkonto zu eröffnen, schließt die Bank mit dir einen Girovertrag ab. Darin verpflichtet sich das Geldinstitut, dir dein Konto einzurichten und deinen Zahlungsverkehr darüber abzuwickeln.

Wer bietet ein Girokonto an?

Bei Filialbanken wie Sparkasse, Deutsche Bank, Commerzbank oder Volksbank kannst du in jeder Stadt persönlich oder mittlerweile auch im Internet ein Konto eröffnen.

Daneben bieten sogenannte Direktbanken ein Girokonto an. Diese Banken unterhalten keine Filialen: Dein Konto ist ein Online-Konto und du wickelst sämtliche Transaktionen am PC oder Smartphone ab.

Am besten schaust du dir einmal einen Girokonto Vergleich an, um einen Überblick über die ganzen Anbieter zu erhalten.

Darf die Bank die Eröffnung eines Girokontos verweigern?

Nein, selbst mit harten Schufa-Merkmalen hast du das Recht auf ein Konto. Dieses wird allerdings auf Guthabenbasis geführt. Ein Dispokredit ist dann nicht möglich.

Was kostet ein Girokonto?

Wie der Girokonto Vergleich zeigt, sind die Kosten für ein Bankkonto sehr unterschiedlich. Viele Anbieter berechnen Kontoführungsgebühren, wobei du ein Online Girokonto bei einer Direktbank mittlerweile auch umsonst führen kannst. Prüfe immer die AGB auf anfallende Kosten. Möglich sind Gebühren für:

  • Kontoführung
  • Zweite Girokarte für den Partner
  • Kreditkarte
  • Bargeldabhebungen im Inland und Ausland
  • Gebühren für Überweisungen und Daueraufträge
  • Gebühren für Schalterabhebungen und Bargeldeinzahlungen
  • Gebühren für die Zusendung von Kontoauszügen und Rechnungsabschlüssen
  • Gebühren für Telefon-Banking

Ebenfalls ein wichtiger Punkt: Wenn ein Dispokredit auf dem Giro-Konto eingerichtet wird, unterscheiden sich die Zinssätze bei den einzelnen Banken erheblich. Einfach erklärt, bedeutet das für dich, dass es je nach Bank unterschiedlich teuer wird, wenn du dein Konto einmal überziehen musst. Schaue daher in die AGB, wenn du ein Girokonto eröffnen willst.

Wofür benutzt man ein Girokonto genau?

Das Girokonto ist ein Kontokorrentkonto, was laut Wikipedia bedeutet, dass du darüber den Zahlungsverkehr abwickelst. Du kannst damit Geld überweisen oder empfangen. Sämtliche Aus- und Eingaben werden verbucht und der Stand ist immer tagesaktuell. Über das Guthaben kannst du jederzeit verfügen.

Heutzutage ist es sehr leicht, den Kontostand im Internet abzurufen. Daneben stellt die Bank dir in gewissen Zeitabständen Kontoauszüge und Rechnungsabschlüsse zur Verfügung.

Das Girokonto richtig nutzen

Hast du trotz Girokonto immer noch Chaos in deinen Finanzen? So organisierst du dich besser:

  • Zwei-Konten-Modell: Von einem Konto aus bestreitest du deine Ausgaben, auf dem anderen sparst du Geld an.
  • Gemeinschaftskonto: Ideal für alle Ehepartner, Lebenspartner und WGs-Haushaltsausgaben lassen sich vom Gemeinschaftsgirokonto aus erledigen, ansonsten behält jeder sein eigenes Girokonto.

Was ist der Unterschied zwischen Girokonto und Tagesgeldkonto?

Mit dem Girokonto managst du den Zahlungsverkehr, ein Tagesgeldkonto dient als Geldanlage. Das Guthaben wird verzinst, doch du kannst anders als bei anderen Geldanlagen jeden Tag darüber verfügen.

Eine bestimmte Mindesthöhe, die mit der Bank festgelegt wird, darf durch die Abhebungen nicht unterschritten werden. Es ist möglich, bei der Kontoeröffnung zusätzlich zu deinem Girokonto ein Tagesgeldkonto zu eröffnen.

Was passiert, wenn ein Girokonto im Minus ist?

Hierbei kommt es darauf an, ob du ein Girokonto mit Dispo oder ohne hast. Hast du keinen Dispokredit, kannst du nur das Geld ausgeben, das sich auf deinem Bankkonto befindet. Am Geldautomat kannst du nicht mehr abheben und Daueraufträge sowie Lastschriften werden nicht mehr eingelöst.

Bei einem Dispokredit gibst du Geld aus, das nicht dir, sondern der Bank gehört. Dafür werden Zinsen fällig. Allgemein gesagt, profitiert die Bank davon, wenn du das Girokonto überziehst.

Wie wechselt man das Bankkonto?

Hast du ein besseres Angebot im Vergleich gefunden, ist der Wechsel sehr einfach.

  1. Du eröffnest bei der neuen Bank ein Konto.
  2. Du kündigst das alte Bankkonto schriftlich auf.
  3. Du hebst das Guthaben ab oder lässt alles auf das neue Konto überweisen.
  4. Die meisten Banken bieten heute einen kostenlosen Kontowechselservice an. Das heißt, Daueraufträge werden automatisch auf das neue Konto umgeleitet.
Tipp: Gerade bei einem Geschäftskonto kann es hilfreich sein, das alte Konto noch ein paar Monate zu behalten, um sicherzugehen, dass jeder Kunde und Geschäftspartner die neue Bankverbindung hat.

Was ist ein Pfändungsschutzkonto?

Jeder hat das Recht auf ein Pfändungsschutzkonto. Diese Form des Girokontos schützt dich vor dem Zugriff von Gläubigern. 1,178,59 Euro Restbetrag monatlich sind seit dem 1. Juli 2019 gesetzlich geschützt.

Girokonto in Österreich und der Schweiz

Während du in Österreich bei einem Girokonto wie in Deutschland zwischen Filial-und Direktbank wählen kannst, sind die Schweizer auf Bankfilialen angewiesen. Doch auch hier gilt: Willst du sparen, mache vorher unbedingt einen Girokonto Vergleich.

Kündigung des Girokontos

Eine Kündigung richtest du ganz einfach schriftlich an deine Bank. Achte auf die Kündigungsfristen im Girovertrag.

Tipp: Kündige ein Bankkonto nur dann, wenn du bereits ein neues hast!

Zusammenfassung

Das Girokonto ist aus dem Alltag nicht wegzudenken, wenn du deine Finanzen organisieren willst. Versäume jedoch nicht, Sparpotenzial zu entdecken. Denn einige Banken berechnen hohe Kontoführungsgebühren. Mittlerweile gibt es bei vielen Direktbanken ein Girokonto gratis, was bedeutet, du bekommst ein Bankkonto ohne Kontoführungsgebühren.

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