Kontoführungsgebühren – Girokonten ohne Kontogebühren im Vergleich

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Kontoführungsgebühren sind diese kleinen, unter dem Strich unscheinbaren Summen, die zum Quartalsende von den meisten auf dem Auszug nur nebenbei wahrgenommen werden. Über das Jahr hinweg können sich die Kontogebühren allerdings zu einem stattlichen Betrag mausern. Dieser Ratgeber klärt die Frage, welche Kontoführungsgebühren zulässig sind und ob es nicht auch ganz ohne geht. Schließlich bieten immer mehr Banken ein kostenloses Girokonto an.

Kontoführungsgebühren Vergleich: 9 Girokonten ohne Kontogebühren im Überblick (06/2020)

Du möchtest wissen, bei welcher Bank keine Kontoführungsgebühren erhoben werden? Dann hilft dieser Vergleich, das beste Girokonto zu finden.

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Was sind Kontoführungsgebühren?

Wenn ein Girokonto beantragt wird, übernimmt die Bank gewissen Dienstleistungen für ihre Kunden. So wird die Infrastruktur von Filialen, Geldautomaten und Online-Banking bereitgestellt und die Bank führt Überweisungen, Bargeldeinzahlungen und Scheckeinreichungen durch. Mit Karten und Features wie Apple Pay und Google Pay wird das bargeldlose Bezahlen in Geschäften und im Internet ermöglicht. Früher ließen sich die Banken jede Dienstleistung extra berechnen. So wurden Überweisungsgebühren und Gebühren für die Ausstellung einer EC-Karte verlangt. Dem hat der Bundesgerichtshof (BGH) einen Riegel vorgeschoben. Erfüllt eine Bank lediglich ihre gesetzlichen Pflichten und handelt sie im Eigeninteresse, darf dem Kunden nichts in Rechnung gestellt werden. Aus diesem Grund sind die Geldinstitute dazu übergegangen, ihren Kunden eine Pauschale für die Nutzung des Kontos und die damit verbundenen Dienstleistungen in Rechnung zu stellen: die Kontoführungsgebühren. Die Kontogebühren zahlt der Kunde monatlich oder jährlich.

Was die Banken für ihren Service verlangen, ist sehr unterschiedlich. Je nach Leistungsumfang kostet ein Girokonto zwischen drei und 20 Euro im Monat an Grundgebühren, bei einem Geschäftskonto sind die Kontogebühren teilweise noch höher. Dabei wird die Kontoführungsgebühr nicht von jedem Kunden verlangt. So ist das Kinderkonto oder das Studentenkonto meist kostenlos.

Mit dem Siegeszug des Internets und der Digitalisierung sind die Direktbanken entstanden. Da alles online abgewickelt wird, arbeiten diese Banken sehr effizient, ohne Filialen und mit weniger Personal. Diese Ersparnis wird an die Kunden als kostenloses Girokonto weitergegeben.

Welche Bank hat keine Kontoführungsgebühren?

Banken sind nicht verpflichtet, Kontogebühren zu erheben und viele Geldinstitute verzichten inzwischen freiwillig darauf. Das ist hauptsächlich der Fall bei einem

  • Kinderkonto
  • Jugendkonto
  • Studentenkonto

Einige Banken sind dazu übergegangen, die Kontoführungsgebühren zu erlassen, wenn ein monatlicher Mindestgeldeingang stattfindet. Für die Geldinstitute ein Signal, dass ein Girokonto gedeckt ist und mit dem Geld des Kunden gewirtschaftet werden kann. Die Banken aus dem Girokonto Vergleich verzichten ebenfalls auf die Gebühren fürs Konto. Manchmal sogar bei Geschäftskonten, die in der Regel viel teurer als ein reguläres Girokonto sind.

Sind Konten ohne Kontogebühren genauso gut?

Je nach Bank fallen die Kosten für die Kontoführung ganz unterschiedlich aus. Viele Kunden fragen sich daher, ob das kostenfreie Bankkonto genauso leistungsstark ist wie ein zahlungspflichtiges Modell. Wenn du dabei nur auf die Kontogebühren schaust, kann dabei schnell eine Milchmädchenrechnung herauskommen. Denn das beste Girokonto findest du nur, wenn du genau weißt, für was du das Konto brauchst und wie du es im Alltag benutzt.

Einmal abgesehen von einem Konto für Jugendliche oder Studenten, findest du das Konto ohne Kontoführungsgebühren in der Regel bei Direktbanken, aber auch einigen Filialbanken, die Kontenmodelle anbieten, die ausschließlich online nutzbar sind. Eine kostenlose Kontonutzung bedeutet in diesem Fall:

  • keine Kontoführungsgebühren
  • keine Extrakosten für Überweisungen, Lastschrift und Dauerauftrag
  • gratis Girokarte & Kreditkarte
  • kostenlose Nutzung des Online-Bankings und der Banking App

Zu unterscheiden ist ferner zwischen einem bedingungslos kostenlosen Girokonto und einem Bankkonto, das gratis wird, sofern ein gewisser Mindestgeldeingang nachgewiesen wird. Doch passt das – meist bei einer Direktbank geführte Konto ohne Kontoführungsgebühren – auch in den Alltag? Wer viel unterwegs ist, hat mitunter Probleme – wenn überhaupt – einen Geldautomaten zu finden, bei dem umsonst abgehoben werden kann. Hier ist mitunter ein gebührenpflichtiges Girokonto mit einem dichten Netz an Geldautomaten die bessere Wahl, da die Abhebung an Fremdautomaten ins Geld gehen kann. Das gilt auch für die Einzahlung von Bargeld, die längst nicht jede Direktbank kostenlos bietet.

Zur Kostenfalle kann ebenfalls die Kreditkarte werden. Bei manchen Konten ohne Kontogebühren ist sie im Paket mit dabei, bei anderen muss die Kreditkarte zusätzlich bestellt werden, was nicht automatisch günstig ist.

Zu beachten sind ferner die Konditionen für Bargeldabhebungen mit Kreditkarte im In- und Ausland sowie die Fremdwährungsgebühren. Brauchst du einen Dispokredit, müssen in deinen Vergleich ebenfalls die Sollzinsen einbezogen werden. Dabei handelt es sich nämlich um Gebühren, die von der Bank verlangt werden. Überziehst du regelmäßig das Konto, macht es durchaus einen Unterschied, ob sieben oder zwölf Prozent Dispozinsen verlangt werden – dagegen wären Kontoführungsgebühren das kleinere Übel.

Wie werden Konto-Gebühren abgerechnet?

Die Abrechnung der Kontogebühren hängt vom Vertrag mit der Bank ab. Die wenigsten Banken buchen monatlich ab, üblich ist eine Abbuchung zum Quartalsende. Ist das Konto dann nicht gedeckt, wird der Dispo oder die geduldete Überziehung in Anspruch genommen.

Fallgruben bei den Kontoführungsgebühren

Billig ist nicht immer gut. Die Banken haben zwar weniger Spielraum als früher, um zusätzliche Gebühren in Rechnung zu stellen, doch die Kosten für manche Dienstleistungen sind legal und können daher bei einem günstigen Konto oder einem Bankkonto ohne Gebühren durchaus zur Kostenfalle werden.

  • Kostenfallen im Kleingedruckten: Kunden müssen häufig lange suchen, um zu erfahren, ob zusätzliche Kosten für Überweisungen, Daueraufträge oder Bargeldeinzahlungen in Rechnung gestellt werden. Daher unbedingt die AGB und das Kostenblatt studieren!
  • Dispozinsen: Durchschnittlich liegen Dispozinsen bei 7-11% p.a. Wer den Dispo öfter in Anspruch nimmt, muss gut vergleichen.
  • Ein- und Auszahlungen: Ob Schalter oder Geldautomat – Einzahlungen und Auszahlungen dürfen laut Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz mit Gebühren belegt werden. Werden Kontoführungsgebühren verlangt, müssen mindestens fünf Transaktionen im Monat im Preis inbegriffen sein. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Bank nur wenige oder keine eigenen Automaten betreibt. Die Gebühren können dann sehr hoch werden.
  • Kontoauszüge: Die Bank muss ihren Kunden einmal im Monat die Kontoauszüge zur Verfügung stellen. Kostenlos können diese im Online-Banking abgerufen werden. Die postalische Zusendung wird hingegen berechnet.
  • Kosten für Ersatz: Giro- oder Kreditkarte verloren? PIN verlegt? Das kann teuer werden. Hier gilt: gut vergleichen. Das ist auch dann wichtig, wenn eine Partnerkarte beantragt werden soll, die meist kostenpflichtig ist.

Kontoführungsgebühr und die Steuer

Kontoführungsgebühren sind steuerlich absetzbar. Arbeitnehmer können diese als Werbungskosten geltend machen. Pauschal und ohne Nachweis werden 16 Euro angesetzt.

Befreiung: Kann man die Kontoführungsgebühren umgehen?

Es gibt die Möglichkeit, sich von Kontoführungsgebühren befreien zu lassen. Gegen Vorlage der entsprechenden Bescheinigung können sich

  • Auszubildende
  • Studenten
  • Wehrdienstleistende
  • junge Menschen im Bundesfreiwilligendienst
  • FSJler

von den Bankgebühren befreien lassen. Allerdings gibt es für diese Gruppe mittlerweile ohnehin ein kostenloses Girokonto, sodass ein Kontowechsel, eventuell mit Prämie und kostenloser Kreditkarte sicher die bessere Wahl ist.

Senioren / Rentner

Rente ist kein Grund für eine Befreiung von Konto Kosten. Senioren können dies jedoch einfach umgehen, indem sie ein kostenloses Girokonto aus dem Test und Vergleich eröffnen. Wird ein Mindestgeldeingang verlangt, reicht der Rentennachweis.

Hartz 4 / Geringverdiener

Hartz 4-Empfänger sind zwar von den Rundfunkgebühren befreit, müssen jedoch leider Kontoführungsgebühren bezahlen. In diesem Fall ist es hilfreich, ein bedingungslos kostenloses Girokonto ohne Mindestgeldeingang zu eröffnen. Vorsicht bei schlechter Schufa: Hier bleibt meist nur das Jedermann-Konto übrig, das jedoch etwa 5 Euro Gebühren im Monat kostet.

Kinder / Schüler

Für junge Kunden ab sieben Jahre bieten viele Banken ein spezielles, grundsätzlich kostenloses Kontomodell an. Eine Befreiung ist daher nicht notwendig.

Können die Grundgebühren erstattet werden?

Gebühren für die Kontoführung sind steuerlich absetzbar. Daneben gibt es aber manchmal Gebühren, die einem Kunden in Rechnung gestellt werden, die jedoch nicht rechtmäßig sind. Dazu zählen:

  • Konto wird als kostenlos beworben, doch für die Girokarte werden Gebühren verlangt
  • die Bank erhebt pauschal Gebühren für SMS-TAN
  • Bearbeiten von Freistellungsaufträgen
  • Pauschale Gebühren für Kontoüberziehung
  • Kündigung und Übertragung des Restguthabens
  • Kartensperre bei Verlust
  • Gebühren für Informationen bezüglich mangelnder Deckung
  • Umwandlung in ein Pfändungsschutzkonto

Widerspruch gegen Erhöhung der Kontoführungsgebühren

Werden Kontoführungsgebühren als Pauschale abgezogen, besteht keine Möglichkeit, einen Widerspruch einzulegen und eine Rückerstattung von Gebühren zu fordern. Wurden unrechtmäßige Zusatzgebühren erhoben, beträgt die Einspruchsfrist drei Jahre.

Übrigens: Will die Bank die Kontoführungsgebühren erhöhen, muss zwei Monate vorher ein Bescheid erfolgen. Wenn du nicht einverstanden bist, widersprichst du dieser Preiserhöhung schriftlich. Die Bank muss dann dein Konto kündigen und du kannst das Konto wechseln zu einem Anbieter, der keine Girokonto Gebühren erhebt, um die Konto Kosten zu senken.

Widerspruch gegen unrechtmäßige Bankgebühren – so funktioniert es:

  1. Die Erstattungsfrist für unrechtmäßige Bankgebühren beträgt drei Jahre. Das heißt, bis Ende 2019 können alle nicht korrekten Gebühren ab Jahresbeginn 2016 zurückgefordert werden.
  2. Der Widerspruch erfolgt schriftlich bei der Bank.
  3. Wenn die Bank auf diese Aufforderung nicht reagiert oder sich weigert, die Konto Gebühren zu erstatten, kann der Ombudsmann hinzugezogen werden.
  4. Da die Erstattung rückwirkend für drei Jahre möglich ist, sollte unbedingt Einspruch erhoben werden, da sich auch Cent-Beträge rechnen können.

Aktuelle Lage in Deutschalnd, Österreich und der Schweiz

Kontoführungsgebühren in Deutschland

Durchschnittlich 7,50 Euro pro Monat oder 89 Euro im Jahr zahlen die Deutschen an Kontoführungsgebühren. Damit sind die Bankgebühren im Verhältnis zu den anderen Staaten in der EU recht hoch – in den Niederlanden kostet ein Girokonto gerade einmal 46 Euro im Jahr.

Kontoführungsgebühren in Österreich

57,34 Euro wird in der Alpenrepublik durchschnittlich im Jahr für ein Girokonto mit Karte ausgegeben. Billiger als in Deutschland. Erfreulicherweise gibt es auch in Österreich viele Konten ohne Konto Gebühren.

Kontoführungsgebühren in der Schweiz

In der Schweiz hatten Verbraucher lange die Möglichkeit, kostenlos ein Konto bei der Post zu führen. Doch auch hier werden seit kurzem fünf Franken im Monat erhoben. Daneben hängen die Kosten für ein Konto auch vom Guthaben ab. Wer einen höheren Saldo aufweist, ist im Vergleich besser dran als Kunden mit einem niedrigen Kontostand. Durchschnittlich kostet ein Konto in der Schweiz zwischen 169 und 255 Franken Kontoführungsgebühren im Jahr.

Zusammenfassung

Wie unser Test der Angebote auf dem Markt gezeigt hat, sind Gebühren für die Kontoführung etwas, das heutzutage nicht mehr sein muss. Gerade die Direktbanken bieten tolle Angebote an Konten ohne Kontoführungsgebühren. Manchmal ist ein Mindestgeldeingang zu beachten, es gibt jedoch auch völlig bedingungslose Girokonten. In Einzelfällen – etwa, wenn regelmäßig große Summen Bargeld eingezahlt werden müssen oder regelmäßig Geld abgehoben werden müssen – sollte der Vergleich mit gebührenpflichtigen Konten erfolgen, um Mehrkosten zu vermeiden.


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