Kontoführungsgebühren von der Steuer absetzen: So funktioniert es!

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Lassen sich Kontoführungsgebühren eigentlich von der Steuer absetzen? Wo werden diese Kosten in der Steuererklärung angegeben? Wichtige Fragen, denn schließlich funktioniert heute nichts mehr ohne Girokonto. Der Chef überweist das Gehalt, die Miete wird vom Girokonto gezahlt und alle Ausgaben des täglichen Lebens davon bestritten.

Das Bankkonto ist Pflicht, auch dann, wenn kein regelmäßiger Gehaltseingang kommt und das Geld mit selbständiger Tätigkeit verdient wird. Unternehmer, Selbstständige und Freiberufler haben daher zusätzlich zum Privatkonto in der Regel ein Geschäftskonto.

Obwohl es mittlerweile viele Direktbanken gibt, die ein kostenloses Girokonto anbieten, ziehen viele Verbraucher immer noch die gute alte Filialbank vor, die meist Kontogebühren berechnet.

Dieser Ratgeber klärt auf, wie Bankgebühren steuerlich geltend gemacht werden können und was dabei zu beachten ist.

Kann ich Kontoführungsgebühren in der Steuererklärung absetzen?

Die gute Nachricht zuerst: In der Einkommensteuererklärung, die entweder mit Elster oder beim Steuerberater gemacht wird, ist es möglich, Kontoführungsgebühren steuerlich geltend zu machen.

Das Finanzamt arbeitet hier mit einem Pauschbetrag. Es handelt sich dabei um 16 Euro pro Jahr. Dabei ist es unerheblich, ob das Konto im Januar oder am 31. Dezember eröffnet wurde.

Übrigens dürfen die Kontokosten auch dann in der Steuererklärung auftauchen, wenn der Arbeitgeber einen Ersatz für die Bankgebühren zahlt. Denn dieser Ersatz ist steuerpflichtig, was bedeutet, dass er in der Lohnsteuer angegeben wird.

Kontogebühren sind Werbungskosten

Kontoführungsgebühren fallen unter Werbungskosten. Bei Arbeitnehmern zählen dazu alle Aufwendungen, die notwendig sind, um den Beruf ausüben zu können. Die meisten verstehen unter Werbungskosten die Fahrt zur Arbeit, Arbeitskleidungen, Fortbildungen oder berufsbedingte Versicherungen.

Im Einkommensteuergesetz (EStG) sind unter § 9 die Werbungskosten definiert – und zwar recht allgemein als Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen.

Da auf einem Girokonto Einnahmen gesichert aufbewahrt und erhalten werden, liegt nahe, dass es kein Problem ist, Gebühren von der Steuer abzusetzen.

Wo kann man die Kontoführungsgebühren in der Steuererklärung eintragen?

Die Kontogebühren werden in der „Anlage N“ der Einkommensteuer eingetragen. Die Rubrik lautet „Weitere Werbungskosten“, Zeile 46 bis 48.

Kontoführungsgebühr in der Anlage N Lohnsteuererklärung
Anlage N der Steuererklärung, Zeile 46 – 48: Angabe der Kontoführungsgebühren als „Weitere Werbungskosten“

Kontoführungsgebühr absetzen trotz kostenlosen Kontos?

Das funktioniert leider nicht. Denn wenn die Bank für das Girokonto keine Kontoführungsgebühren erhebt, können diese Kosten nicht von der Steuer abgesetzt werden.

Tipp: Es gibt immer wieder Ratgeberseiten im Netz, die empfehlen, auch bei Gratis-Konten die Pauschale dem Fiskus gegenüber anzugeben. Wo kein Kläger, da kein Richter. Aber Betrug bleibt Betrug.

Kontoführungsgebühren – die Pauschalen für das jeweilige Jahr

Wie viel Kontoführungsgebühren kann man absetzen von der Steuer? Die Pauschale, die der Gesetzgeber für die Kontogebühren vorgesehen hat, liegt seit Jahren konstant bei 16 Euro.

Ob sich daran in Zukunft etwas ändern wird, ist fraglich. Denn ein Girokonto wird immer günstiger, beziehungsweise kostet es als Onlinekonto oft überhaupt nichts mehr.

1. Kontoführungsgebühren als Arbeitnehmer

Die meisten Arbeitnehmer nutzen ihr Gehaltskonto auch für private Ausgaben. Hier dürfen pauschal 16 Euro Gebühren für die Kontoführung abgesetzt werden. Ist das Girokonto teurer, wird die Differenz nicht berücksichtigt.

2. Kontoführungsgebühren als Unternehmer / Selbstständiger / Freiberufler

Bei Unternehmern zählen die Grundgebühren für das Girokonto zu den Betriebsausgaben, wenn das Bankkonto nur geschäftlich genutzt wird. Eine private Nutzung darf nicht erfolgen. Ansonsten müssten anteilige Betriebskosten geschätzt werden.

3. Kontoführungsgebühren für Vermieter

Vermieter, die ihre Mieteinnahmen auf ein privates Girokonto gehen lassen, müssen sich nicht an die 16 Euro Pauschale halten. In der Steuererklärung können mehr als 16 Euro pro Jahr geltend gemacht werden.

4. Kontoführungsgebühren für Rentner

Rentner können die Pauschale von 16 Euro ebenfalls steuerlich absetzen. Einfach die Kontoführungsgebühren bei Werbungskosten eintragen.

5. Kontogebühren für Kapitalanleger

Hier kann seit Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 nichts mehr an Kontogebühren abgesetzt werden.

Kann man mehr als 16 Euro Kontoführungsgebühren in der Steuererklärung eintragen?

Ohne Nachweise akzeptiert das Finanzamt eine Pauschale von 16 Euro pro Jahr für die Kontoführungsgebühren als Werbungskosten.

Sind mehr Bankgebühren angefallen, können die Werbungskosten nur teilweise genutzt werden. Zum Beispiel für Buchungskosten, die mit dem Gehaltseingang verbunden sind. In diesem Fall muss genau geprüft werden, welche Kontonebenkosten mit dem beruflichen Aufwand zu tun haben.

Daneben können Kosten für berufsbedingte Überweisungen angegeben werden. Ein Beispiel wären Überweisungsgebühren für Arbeitsmittel, die mit einer Auslandsüberweisung bezahlt wurden.

Kann ich auch Gebühren für Kreditkarten absetzen?

Wird die Kreditkarte beruflich bei Auswärtstätigkeiten genutzt, können die Gebühren steuerlich geltend gemacht werden.

Falls eine berufliche und private Nutzung vorliegt, ist es immer noch möglich, die geschäftlichen Ausgaben steuerlich abzusetzen. Am besten wird der berufliche Nutzungsanteil in Prozent ermittelt, der dann als Werbungskosten steuerlich absetzbar ist.

Der Fiskus schreibt keinen speziellen Nachweis vor. Im Idealfall werden die Kreditkartenabrechnungen von drei aufeinanderfolgenden Monaten in Kopie beigefügt. So sieht das Finanzamt, dass der angegebene Prozentsatz in der Steuererklärung realistisch ist.

Zusammenfassung

Ein Girokonto kann bis zu 80 Euro Gebühren im Jahr kosten. Über die Steuererklärung wird davon nur ein kleiner Teil als Werbungskosten zurückgeholt.

Bei Unternehmern fallen die Kontoführungsgebühren in den Bereich der Betriebskosten. Unter Umständen kann es günstiger sein, zu einem gebührenfreien Girokonto zu wechseln und auf die 16 Euro Pauschale zu verzichten.

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Anne Bonny

Ich wusste nicht, dass man Kontoführungsgebühren von der Steuer absetzen kann. In Deutschland zahlt man ja für jedes Konto das man hat, daher macht das Sinn. Ich werde das in meiner nächsten Erklährung berücksichtigen.

Marco

Ist schon eine geile Sache mit dem Finanzamt. Seit Jahren sinken die Zinsen aber das Finanzamt kassiert immer noch 6% Verzugs- etc. Zinsen. Es wird nicht an die allgemeine Situation angepasst. Warum sollten dann auch mehr Kontoführungsgebühren abzugsfähig sein? Der große Molloch will ja schließlich weitergefüttert werden. Und das nicht zu knapp.

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