Girokonto ohne Schufa – So kommst du an ein schufafreies Konto

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Ein Girokonto ohne Schufa zu finden ist gar nicht so einfach. Denn die meisten Banken entscheiden anhand der von der Auskunftei übermittelten Daten zu deiner Bonität, ob du ein Konto eröffnen darfst oder nicht. Wenn alle Stricke reißen, hast du trotzdem immer noch das Recht, ein Guthabenkonto ohne Bonitätsprüfung zu führen. Einige Anbieter haben jedoch auch ein Girokonto ohne Schufa im Programm – trotzdem ist hier nicht alles Gold, was glänzt, denn einige Angebote sind schlichtweg überteuert. Hier erfährst Du, wie Du auch bei schlechter Schufa zu einem guten Girokonto kommst.

Was ist ein Girokonto ohne Schufa?

Es ist möglich, ein Konto zu eröffnen trotz Schufa. Die Banken sprechen dann von einem Girokonto ohne Schufa. Dabei sind unterschiedliche Modelle möglich.

  1. Es handelt sich um ein Kontomodell, bei dem die Abfrage bei der Schufa grundsätzlich nicht durchgeführt wird. Das ist bei einem Basiskonto der Fall, aber auch einige andere Bankkonten verzichten auf die Prüfung.
  2. Du hast deine Zustimmung zur Bonitätsprüfung verweigert. Die Bank kann dich als Kunden dann ablehnen. Du hast jedoch die Möglichkeit, zu verhandeln, das Konto trotz Schufa auf Guthabenbasis zu führen.
  3. Du hast eine schlechte Bonitätsprüfung, aber die Bank eröffnet trotzdem dein Konto. In diesem Fall hast du ein Konto trotz Schufa.

Girokonto trotz Schufa: Welche Kosten erwarten mich?

Grundsätzlich hilft ein Girokonto Vergleich dir immer, unnötige Kosten zu vermeiden. Willst du ein Girokonto oder Online Konto ohne Schufa eröffnen, musst du doppelt genau hinsehen, da das schufafreie Konto durchaus zu einer Kostenfalle werden kann:

  • Kontoführungsgebühren: Die Gebühren richten sich danach, ob du lediglich ein Konto trotz Schufa mit einer Bankkarte auf Guthabenbasis führen willst oder eine Prepaid-Kreditkarte ohne Schufa mit integriertem Kartenkonto möchtest. Die Kosten für das Basiskonto starten bei 5 Euro monatlich, die Kreditkarte kann dich schnell 20 Euro und mehr kosten.
  • Kontoeinrichtung: Brauchst du unbedingt eine Kreditkarte, lassen sich manche Anbieter tief in die Tasche greifen und verlangen eine Einrichtungsgebühr für das Online Konto. Geht es nicht anders, achte auf ein Angebot, bei dem die Einrichtungsgebühr mit der Jahresgebühr verrechnet wird.
  • Transfers: Überweisungen und Daueraufträge sollten eigentlich nichts kosten. Einige Anbieter im Internet kassieren jedoch pro Überweisung mit. Tipp: Achte auf Konten mit einer gewissen Anzahl Freiüberweisungen im Monat! Das ist vor allem beim Geschäftskonto wichtig.
  • Bargeldabhebungen: Kosten bei einem Automaten deiner Bank nichts, wenn du ein Basiskonto hast. Bei einer Kreditkarte ohne Schufa aus dem Netz entstehen Kosten von bis zu 5 Euro pro Abhebung.
  • EC- und Kreditkarten: Für ein Guthabenkonto gibt es keine EC- und keine Kreditkarten. Prepaid-Karten samt Konto sind von Visa oder Mastercard, häufig ist eine Zweitkarte für den Partner möglich.
  • Dispokredit und Konto überziehen: Bei schlechter Schufa wird kein Dispo bewilligt. Die Konten trotz Schufa funktionieren in der Regel so, dass du nur das Guthaben verbrauchen kannst, dass sich auf dem Konto befindet.

Die Rolle der Schufa bei der Kontoeröffnung

Eröffnest du in Deutschland ein Konto oder ein Online Konto, möchte die Bank dein Einverständnis haben, um eine Auskunft bei der Schufa einzuholen. Lehnst du das ab, geht der Prozess der Kontoeröffnung nicht weiter. Die Schufa ist eine Auskunftei, die bundesweit die Daten von Verbrauchern sammelt und deine Rückzahlungsmoral bei Krediten, Ratenkäufen oder auch Bestellungen im Versandhaus sammelt. Die Banken sind besonders an den „harten“ Schufa-Merkmalen interessiert. Ergibt die Schufa-Prüfung zum Beispiel eine Privatinsolvenz, verweigert man dir das Konto. Selbst bei weicheren Merkmalen kann es passieren, dass die Bank ablehnt. Vor allem dann, wenn in das Girokonto ein Dispokredit und eine Kreditkarte integriert werden sollen.

Es ist natürlich unfair, dass nur die Daten der Bonitätsprüfung zugrunde gelegt werden und du danach beurteilt wirst. Die Banken fragen jedoch nicht, warum deine Firma pleite gegangen ist oder wann deine Schulden abbezahlt sind. Sie möchten mit deinem Girokonto Geld verdienen. Das gelingt weder mit Kontoführungsgebühren noch mit Geldabhebungen oder Überweisungen. Interessant wird es für eine Bank immer dann, wenn sie dir Geld leiht, um an den Zinsen zu verdienen. Mit einer schlechten Schufa ist jedoch ein Kredit das letzte, worüber du nachdenkst, weshalb du als Kunde für die Banken nicht interessant bist.

Negative Schufa – wie kommt das zustande?

In der Schufa sind die Forderungen, die Dritte an dich haben, aufgelistet. Das können deine Kreditraten für Auto und die Eigentumswohnung oder das neue Smartphone sein. Immer, wenn du deine Raten nicht bezahlt hast, kommt es zu einem Eintrag, was den Score sinken lässt. Gehst du in Privatinsolvenz und bist zudem noch arbeitslos, gibt es nahezu keinen Ausweg aus der Schuldenfalle, was die Schufa besonders negativ bewertet. Hast du hingegen einmal zu spät gezahlt und eine Mahnung erhalten, ist das weder für deine Schufa-Auskunft noch für dein neues Bankkonto tragisch.

Probleme, ein Girokonto oder Onlinekonto zu eröffnen hast du, falls du

  • in Privatinsolvenz bist
  • auf mehreren Konten ein Dispo läuft
  • du wiederholt mit Raten in Verzug kommst
  • du mehrere Kredite aufgenommen hast
Unser Tipp: Schnell hat die Dispofalle zugeschnappt. Wenn du weißt, dass du immer wieder dein Konto überziehst, frage nach einem Basiskonto in einer Bankfiliale. Das kannst du nicht überziehen und es ist günstiger als ein schufafreies Konto. Vermeide ansonsten Ratenzahlungen und nutze lieber Sparguthaben für Anschaffungen.

Habe ich ein Recht auf ein eigenes Girokonto?

Seit 2016 existiert ein Gesetz, das jedem, der sich in der EU legal aufhält, das Recht auf ein Bankkonto zusteht. Das ist das sogenannte Basiskonto auf Guthabenbasis. Die Banken müssen dir dieses Konto auf Verlangen eröffnen. Eine Bonitätsabfrage wird zwar durchgeführt, aber nur mit dem Ziel, herauszufinden, ob du bereits bei einer anderen Bank ein Konto hast. Ist das der Fall, darf die Bank die Kontoeröffnung ablehnen.

Was hat es mit dem Jedermann-Konto auf sich?

Seit den 1990er Jahren gab es Bemühungen, jedem trotz negativer Schufa die Kontoeröffnung zu ermöglichen. Diese Initiative wurden von den Banken jedoch blockiert. Der Zentrale Kreditausschuss ging einen Kompromiss ein. Die Banken verpflichteten sich, ein Konto auf Guthabenbasis jedem zu ermöglichen. Dank des Zahlungskontengesetz existiert das Jedermann Konto heute als Basiskonto. Ohne Dispo, EC- und Kreditkarten, aber dein Geld ist dank der Einlagensicherung genauso gut aufgehoben wie bei einem regulären Girokonto.

Konto ohne Schufa – so läuft die Kontoeröffnung ab

Grundsätzlich: Ein Konto kannst du bequem im Internet eröffnen. Das ist bei einem Guthabenkonto jedoch nicht immer der Fall, weshalb du den Weg in die Bankfiliale machen musst. Bietet eine Direktbank ein Basiskonto an, funktioniert der Antrag auch online. Für beide Wege der Kontoeröffnung brauchst du einen gültigen Personalausweis. Im Internet nutzt du das Antragsformular und trägst deine persönlichen Daten ein. Anschließend legitimierst du dich per Videoident-oder Postidentverfahren. Für Videoident musst du eine App auf PC oder Laptop herunterladen. In der Filiale überprüft der Bankberater deine Daten.

Kann ich ein Konto ohne festen Wohnsitz eröffnen?

Wohnsitzlosigkeit ist bei einem Basiskonto kein Hindernis. Die Bank muss dir das Konto eröffnen.

Was ist, wenn die Bank mein Basiskonto ablehnt?

Hier kommen verschiedene Gründe infrage:

  1. Du hast bereits bei einer anderen Bank ein Basiskonto.
  2. Du bist bei dieser Bank in Zahlungsverzug.
  3. Du hast dich gegenüber dieser Bank in der Vergangenheit strafbar gemacht.
  4. Du hast ein Pfändungsschutzkonto.

Was kann ich tun, wenn mein Konto ohne Schufa abgelehnt wird?

Bei ungerechtfertigter Ablehnung kannst du eine Überprüfung durch
die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verlangen. Findet die BaFin keinen Grund, muss die Bank dir das Basiskonto eröffnen.

Tipp: Verlange die kostenlose Schufa-Auskunft

Der Moment, wenn die Bank die Kontoeröffnung ablehnt, ist peinlich. Vor allem dann, wenn du gar nicht weißt, wie die schlechte Schufa zustande kommt. Auf die Auskunftei macht Fehler. Nutze daher dein Recht, einmal im Jahr die kostenlose Schufa-Auskunft nach § 34 BDSG anzufordern. Tipp: Die Schufa bietet auch kostenpflichtige Auskünfte an, die dich nicht irritieren sollten. Suche auf der Homepage nach der Gratis-Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO. Bei Unstimmigkeiten verlangst du eine Klärung durch die Schufa.

Was ist das Bürgerkonto der Sparkassen?

Die Sparkasse bietet das Bürgerkonto als Basiskonto an. Es handelt sich jedoch nicht um ein Konto ohne Schufa. Die Abfrage wird durchgeführt.

Bürgerkonto verweigert – was kann ich bei der Sparkasse tun?

Um Unstimmigkeiten zu klären, wendest du dich an den Ombudsmann der Sparkasse. Die Kontaktdaten findest du jeweils im Netz bei deiner Sparkasse. Ist die Ablehnung ungerechtfertigt, steht dir das Bürgerkonto zu.

Gibt es ein Geschäftskonto ohne Schufa?

Viele Banken bieten Gründern oder allen, die geschäftlich nach Schulden neu starten, meist nur ein Business Konto auf Guthabenbasis an. Im Internet findest du hingegen einige Angebote für ein Firmenkonto mit Kreditkarte. Die Kosten können sich jedoch summieren. Einrichtung, Kontoführungsgebühr, Bargeldabhebungen und Überweisungen kosten dort relativ viel Geld. Tipp: Schau dich bei verschiedenen Fintechs nach einem mobilen Geschäftskonto mit einer Debitkarte um. Die werden zwar auch auf Guthabenbasis geführt, sind jedoch ohne Kontoführungsgebühren.

Konto trotz Schufa – wie komme ich an eine Kreditkarte?

Brauchst du eine Kreditkarte, kannst du im Netz nach einem Konto Ausschau halten, das ausschließlich mit Prepaid-Kreditkarte geführt wird oder zu dem du eine Kreditkarte auf Guthabenbasis extra bestellen kannst. Eine reguläre Kreditkarte wird bei schlechter Schufa verweigert.

Bargeld abheben vom schufafreien Konto

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Kostenlos Bargeld abheben: mit deiner Bankkarte von deinem Basiskonto an den Geldautomaten des Institutes. Oder mit der Bankkarte/Prepaid-Kreditkarte an Automaten von kooperierenden Banken.
  • Kostenpflichtig: an anderen Bankautomaten. Achtung! Eine Abhebung kann bis zu 5 Euro kosten!

Basiskonto oder Bankkonto ohne Bonitätsauskunft?

Es ist trotzdem möglich, ein Girokonto ohne Schufa zu erhalten. Direktbanken wie die Norisbank verlangen keine Bonität von dir. Erfüllst du die Voraussetzungen für das Top Girokonto nicht, bietet dir die Bank das Girokonto ohne Schufa automatisch an. Daher solltest du die Flinte nicht ins Korn werfen und gut vergleichen.

Zusammenfassung

Ein Girokonto ohne Schufa zu erhalten ist nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick aussieht. Einige Einschränkungen wie fehlender Dispo oder EC-Karte musst du zwar in Kauf nehmen, doch kannst du ansonsten in vollem Umfang deine Bankgeschäfte erledigen. Das Recht auf ein Basiskonto kann dir niemand nehmen.

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