Basiskonto Ratgeber: Was du über das Basis-Konto wissen musst

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Das Basiskonto ist das Konto für Jedermann. Denn laut Zahlungskontengesetz hat jeder Verbraucher das Recht, ein Konto zu führen. Auch dann, wenn kein fester Wohnsitz vorhanden, die Schufa miserabel ist und der Aufenthalt in Deutschland nur mit einer Duldung stattfindet. Jede Bank, die Zahlungskonten anbietet, muss dir daher ein Basiskonto eröffnen. Das funktioniert ähnlich wie ein Girokonto, beschränkt sich jedoch auf die absolut notwendigen Features wie Überweisungen, Bargeldauszahlungen und Kartenzahlungen mit einer Bankkarte. Allerdings ist die Preisspanne bei den einzelnen Banken enorm.

Wir erklären dir hier, wie du das beste Basiskonto für dich finden und dabei jede Menge Kosten sparen kannst.

Basiskonto Vergleich: 6 Basis-Konten im Überblick (01/2021)

Du möchtest ein Basiskonto eröffnen? Dann solltest du unbedingt einen Kostenvergleich durchführen. Wir haben alle Anbieter gelistet.

Nr.Bank / AnbieterGrundpreis
pro Monat
Sonstige GebührenEigenschaftenMehr Infos
1.ING Logo
ING
Basiskonto
0,00 €Beleglose Buchungen: 0,00 €
girocard (Debitkarte): 0,00 €
Kreditkarte: nicht möglich
+ Basiskonto auf Guthabenbasis
+ Kontoeröffnung nur schriftlich möglich
+ Nur für Personen ohne Zahlungskontoverbindung bei einer anderen Bank
+ Bargeld abheben an rund 1.200 ING Geldautomaten
+ Kontoführung ist online, telefonisch oder per Brief möglich
+ Dispokredit nicht möglich
2.Consorsbank Logo
Consorsbank
Basiskonto
0,00 €Beleglose Buchungen: 0,00 €
Girocard (Debitkarte): 0,00 €
VISA Card (Debitkarte): 0,00 €
+ Basiskonto auf Guthabenbasis
+ Nur für Personen ohne Zahlungskontoverbindung bei einer anderen Bank
+ Kostenlos Bargeld abheben möglich
+ Kontaktlos bezahlen
+ Dispokredit nicht möglich
3.comdirect Logo
comdirect
Basiskonto
1,90 €Beleglose Buchungen: 0,00 €
girocard (Debitkarte): 0,00 €
Kreditkarte: nicht möglich
+ Basiskonto auf Guthabenbasis
+ Nur für Personen ohne Zahlungskontoverbindung bei einer anderen Bank
+ Kostenlos Bargeld abheben in Deutschland und €-Ländern
+ Dispokredit nicht möglich
4.Deutsche Bank Logo
Deutsche Bank
Basiskonto
8,99 €Beleglose Buchungen: 0,00 €
Deutsche BankCard Service: 0,00 €
Kreditkarte: nicht möglich
+ Basiskonto auf Guthabenbasis
+ Nur für Personen ohne Zahlungskontoverbindung bei einer anderen Bank
+ Kostenlos Bargeld abheben
+ Dispokredit nicht möglich
5.VR-Bank Logo
VR-Bank
Basiskonto
ca. 9,00 €Beleglose Buchungen: auf Anfrage
Girocard (Debitkarte): auf Anfrage
Kreditkarte: nicht möglich
+ Basiskonto auf Guthabenbasis
+ Nur für Personen ohne Zahlungskontoverbindung bei einer anderen Bank
+ Kosten und Gebühren unterscheiden sich zwischen den einzelnen VR-Banken
+ Bargeldauszahlung im Inland
+ Bargeldeinzahlung im Inland
+ Dispokredit nicht möglich
6.Sparkasse Logo
Sparkasse
Basiskonto
ca. 10,00 €Beleglose Buchungen: auf Anfrage
Sparkassen-Card (Debitkarte): auf Anfrage
Kreditkarte: nicht möglich
+ Basiskonto auf Guthabenbasis
+ Nur für Personen ohne Zahlungskontoverbindung bei einer anderen Bank
+ Kosten und Gebühren unterscheiden sich zwischen den einzelnen Sparkasssen
+ Dispokredit nicht möglich

Was ist ein Basiskonto?

Das Basiskonto ist ein Konto für Jedermann und wurde nach dem Zahlungskontengesetz eingerichtet, um jedem Menschen in Deutschland ein eigenes Bankkonto zu ermöglichen. Per Definition ermöglicht das Basiskonto jedem Verbraucher, grundlegende Banking Funktionen zu nutzen. Das sind Zahlungen und Abhebungen sowie Einzahlungen mit einer Bankkarte, Überweisungen, Lastschriften und Daueraufträge sowie Online-Banking. Eine EC-Karte, eine Kreditkarte oder eine Prepaid-Kreditkarte darfst du dir bei dieser schlanken Variante nicht erhoffen. Überziehen kannst du das Basiskonto auch nicht, da ein Dispo nicht eingerichtet wird, Trotz bestehendem Konto kann das Basiskonto als Zweitkonto nicht eröffnet werden. Aber als alleiniges Konto zusammen mit dem Partner als Gemeinschaftskonto ist das möglich. Möchtest du trotz bestehendem Konto ein Bürgerkonto eröffnen, musst du die alte Bankverbindung erst kündigen. Eröffnen darf dieses Konto jeder, der dauerhaft in Deutschland lebt – auch mit Duldung oder ohne festen Wohnsitz.

Basiskonto eröffnen: Wo ist das möglich?

Jede Bank, die ein sogenanntes Zahlungskonto, meist unter dem Namen Girokonto, für Privatkunden anbietet, muss laut Gesetz jedem Kunden die Möglichkeit geben, ein Basiskonto zu führen, sofern dieser nicht bereits bei einer anderen Bank ein Girokonto hat. Das ermöglicht dir eine relativ große Auswahl. Du kannst das Basis-Konto eröffnen bei

  • Sparkassen
  • Volksbanken-Raiffeisenbanken
  • Genossenschaftsbanken
  • Geschäftsbanken
  • Online-Banken

Was ist der Unterschied zwischen einem Girokonto und einem Basiskonto?

Laut Gesetz müsste das Basiskonto im Prinzip ein Girokonto für Jedermann sein, doch die Praxis zeigt große Unterschiede. Bei einem Basiskonto sind die Leistungen im Gegensatz zum normalen Girokonto deutlich begrenzt. Sie setzen sich zusammen aus:

  • einer Bankkarte, die Barabhebungen und Einzahlungen an Geldautomaten ermöglicht
  • Möglichkeit der Kartenzahlung im stationären Handel, aber nicht im Internet
  • Ausführen von Überweisungen
  • Einrichten von Lastschriften
  • Einrichten von Daueraufträgen

Wie du anhand dieser Liste siehst, sind die Basisfunktionen eines Girokontos gegeben. Eine Girokarte, eine Kreditkarte, ein Dispokredit und komplexere Bankdienstleistungen sind bei einem Basis-Konto nicht möglich. So kann die Bank Schecks entgegennehmen, muss es jedoch nicht. Während du von einem Girokonto Überweisungen im SEPA-Raum problemlos tätigen kannst, ist das bei einem Bürger Konto nicht automatisch der Fall. Was das Basis Girokonto letztendlich für Leistungen beinhaltet, ist auch von Bank zu Bank unterschiedlich. Einige ermöglichen es, das Basiskonto als Gemeinschaftskonto zu führen, andere lassen nur einen Kontoinhaber zu. Damit du siehst, wo du das beste Girokonto auf Guthabenbasis zu erwarten hast, haben wir dir unsere Tabelle entsprechend aufbereitet. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Angebote der einzelnen Banken zu vergleichen.

Wer hat Anspruch auf ein Basiskonto?

Seit der Einführung des Zahlungskontengesetzes hat jeder Mensch, der sich legal in Deutschland und der Europäischen Union (EU) aufhält, das Recht auf ein eigenes Bankkonto. Ein eigenes Girokonto darf daher weder am Einkommen noch am Wohnsitz scheitern. Wer gerade einen Asylantrag gestellt hat oder geduldet ist, weil eine Abschiebung aus juristischen oder tatsächlichen Gründen nicht möglich ist, darf ebenfalls ein Basis-Konto eröffnen. Ein Bankkonto für jeden bedeutet, dass die folgenden Personen eine Bankverbindung eröffnen können:

  • Sozial Schwache
  • Menschen in Insolvenz
  • Asylsuchende und Geflüchtete
  • Geduldete
  • Wohnsitzlose

Eine Wohnsitzanmeldung gemäß Meldegesetz ist beim Konto für Jedermann nicht erforderlich. Die Meldebestätigung muss nicht vorgelegt werden. Es reicht, eine Anschrift anzugeben. Die kann auch von Freunden oder Angehörigen sein. Es muss lediglich die postalische Erreichbarkeit des Bankkunden gewährleistet sein.

Gut zu wissen: Ansprüche auf ein Basis Girokonto gibt es nur für private Zwecke. Wer ein Geschäftskonto eröffnen möchte, muss einen anderen Weg gehen. Infrage kommt dann ein Konto bei einer Direktbank, bei einem Fintech oder die Lösung einer Prepaid Kreditkarte mit Kontofunktion.

Ist ein Basiskonto pfändbar?

Auch von einem Basis Konto ist es Gläubigern möglich, ihre Forderungen einzuziehen. Besteht diese Gefahr, sollte gleich bei der Kontoeröffnung der Antrag auf ein P-Konto geführt werden. Allerdings darf jeder nur ein P-Konto führen. Gibt es zum Beispiel noch ein P-Konto als Gemeinschaftskonto, muss hier der Pfändungsschutz aufgehoben werden, wenn das Jedermannkonto pfändungssicher sein soll. Der Pfändungsschutz gewährleistet eine gewisse Grundsicherheit. Besteht bereits ein solches Girokonto, gibt es für die Banken keinen Grund, der Eröffnung eines Basiskonto zuzustimmen. Es gibt allerdings eine Ausnahme: Ist das bestehende Pfändungsschutzkonto nur eingeschränkt nutzbar, weil die Bank zum Beispiel eigene Forderungen zusätzlich verrechnet, muss ein anderes Geldinstitut ein Basiskonto eröffnen.

Gut zu wissen: Wird das bisherige P-Konto gekündigt und ist geplant, ein Guthabenkonto zu eröffnen, ist das Kündigungsschreiben plus ein Beleg für den Versand – zum Beispiel der Rückschein bei einem Einschreiben – vorzulegen. Innerhalb von zehn Tagen muss die Bank dann das Bürgerkonto eröffnen.

Ist die Bank verpflichtet, ein Basiskonto zu eröffnen?

Jede Bank – ob Filialbank oder Direktbank – muss per Gesetz ein Basiskonto für einen Bankkunden anbieten. Das gilt nicht nur für Privatbanken, sondern auch Sparkassen, Volksbanken-Raiffeisenbanken und die Sparda Bank müssen das Konto für Jedermann eröffnen. Ausgenommen von dieser Pflicht sind:

  • Bürgschaftsbanken
  • Depotbanken
  • Teilzahlungsinstitute
  • Förderbanken der Länder
  • Förderbanken des Bundes
  • kirchliche Banken
Gut zu wissen: Ein Zahlungskonto ist ein Konto, auf dem Geld einzahlen und Geld abheben möglich ist und von dem Kartenzahlungen, Lastschriften und Überweisungen gemacht werden können.

Basiskonto eröffnen: wo ist das möglich?

Am Basiskonto kommt im Prinzip keine Bank vorbei – wobei du manchmal auf den Webseiten der Geldinstitute etwas länger suchen musst, bis du Informationen findest. Ausgenommen von der Pflicht sind lediglich einige Banken, die keine Zahlungskonten in ihrem Portfolio haben – zum Beispiel die Landesbanken. Wenn du dir den Basiskonto Vergleich anschaust, wirst du feststellen, dass sowohl Filialbanken als auch Direktbanken dieses Kontomodell anmelden. Meist kannst du das Jedermannkonto bequem im Internet eröffnen. Um das Basiskonto online zu eröffnen, benötigst du den Personalausweis, musst ein Formular ausfüllen und das Videoident Verfahren für die Legitimation durchlaufen. Du kannst auch im Ausland das Basiskonto eröffnen, wenn du das Konto im Netz beantragen möchtest. Alternativ legitimierst du dich mit dem Postident-Coupon in einer Filiale der Post – während du das Basiskonto online sofort eröffnen kannst, musst du auf diesem Weg mehr Zeit einplanen und den Postweg einkalkulieren.

Bei einigen Banken kannst du zwar ein reguläres Girokonto im Internet eröffnen, doch für das Basiskonto musst du laut Bedingungen zwingend den Weg in die Filiale machen – schaue daher genau auf der Homepage nach, ob die Kontoeröffnung auch online funktioniert. In diesem Fall brauchst du nur dein Smartphone, um dich per Videoident zu legitimieren, Natürlich kannst du dich auch direkt für den Weg in eine Filiale entscheiden. Du bekommst dort ein Formular für den Antrag auf ein Basiskonto und identifizierst dich mit deinen Ausweispapieren. Beachte, dass der Antrag auf Deutsch gestellt werden muss. Übersetzungen sind nicht vorhanden. Wenn du in der deutschen Sprache nicht sicher bist, solltest du für den Antrag auf ein Basiskonto einen Übersetzer mitbringen.

Kann ich ein Basiskonto ohne Wohnsitz eröffnen?

Wie schon der Name Jedermannkonto sagt: An das Basiskonto sind nur sehr wenige Bedingungen geknüpft. Ein fester Wohnsitz gehört nicht dazu. Damit können auch Obdachlose über ein Bankkonto verfügen. Eine Meldebestätigung muss die Bank nicht sehen. Allerdings wird eine Adresse für die Postzustellung benötigt. Die kann auch bei Freunden, Bekannten oder in einer Unterkunft sein.

Online Basiskonto: das gilt es zu beachten

Onlinebanking wird klassisch von einem Computer aus betrieben, doch der ist heute gar nicht mehr notwendig. Du brauchst lediglich ein Smartphone, um das Basiskonto zu eröffnen und zu führen – einige wenige Banken eröffnen das Jedermannkonto ausschließlich in der Filiale, auch dann, wenn es nur online geführt wird. Die Informationen zur Kontoeröffnung findest du auf der Infoseite des Angebotes. Hat das Smartphone eine Kamera, kann gleich das Videoident Verfahren für die Kontoeröffnung gewählt werden. Dann brauchst du nur noch den Personalausweis oder den Reisepass inklusive einer Meldebestätigung. Selbstverständlich kannst du das Formular für die Kontoeröffnung auch herunterladen und dich mit dem Postident Coupon in einer Postfiliale legitimieren. Während die Eröffnung des Online Bürgerkonto mit Videoidentverfahren sofort stattfinden kann, musst du via Post ein paar Tage Bearbeitungszeit einkalkulieren.

Das neu eröffnete Girokonto führst du am Desktop oder in der Banking App. Du kannst:

  • deinen Kontostand sehen
  • Überweisungen machen und Vorlagen speichern
  • Lastschriften und Daueraufträge einrichten
  • deine Karte bei Verlust sperren und Ersatz bestellen

Das Onlinekonto kann sich lohnen, denn die Kontoführungsgebühren sind moderater als bei den Filialbanken. Hier kannst du bis zu fünf Euro sparen. Die Apps sind leicht zu bedienen und stehen kostenlos im Internet zum Download zur Verfügung. Du meldest dich mit einer PIN und deinem Fingerabdruck an – so wird sichergestellt, dass sonst niemand Zugriff auf dein Konto hat. Ein Basiskonto bei einer Direktbank bedeutet aber auch, dass am Service gespart wird. Denn nur so können die günstigen oder sogar kostenlosen Konten garantiert werden. Entweder sprichst du mit der Bank im Chat oder am Telefon. Dienstleistungen wie in der Filiale darfst du nicht erwarten.

Eine Herausforderung kann bei einer Direktbank der kostenlose Bargeldbezug werden. Denn eigene Automaten existieren nur in seltenen Fällen. Das lösen die Banken ganz unterschiedlich. Kostenlos Bargeld abheben kann möglich sein bei

  • den Automaten von Partnerbanken
  • bei Handelspartnern im Einzelhandel
  • an Tankstellen

Die Bareinzahlung ist eine noch größere Herausforderung. Denn hier bist du auf einen Automaten mit Einzahlungsfunktion angewiesen. Achte daher bei der Auswahl deines Basiskontos darauf, dass deine Bank diesen Service unproblematisch anbietet.

Wichtiger Hinweis: Manche Banken limitieren die Anzahl der kostenlosen Bargeldeinzahlungen. Kalkuliere daher vor der Entscheidung, wie oft du Geld einzahlen musst und wähle auch unter diesem Gesichtspunkt dein Basiskonto aus!

Bestes Basiskonto: Wo gibt es das?

Das Basiskonto ist ein solides Produkt, das im Gegensatz zu anderen Girokonten nicht durch Features erweiterbar ist. Das Jedermannkonto erfüllt daher nur die grundlegenden Funktionen wie die Einzahlung und Auszahlung von Bargeld, die Zahlungsvorgänge mit einer Bankkarte sowie das Durchführen von Überweisungen und Lastschriften.

Gut zu wissen: Die Banken haben keine Verpflichtung, bei einem Basiskonto einen Kreditrahmen einzurichten. Daher wird ein Dispokredit nicht gewährt.

Unabhängig von der Wahl der Bank ist es möglich, das Basiskonto gleich zu einem Pfändungsschutzkonto zu machen. Mit einem P-Konto bleibt das Guthaben bis zur Höhe des gesetzlichen Mindestbehalts von 1178, 59 Euro grundsätzlich verschont.

Grundsätzlich stehen bei einem Basiskonto die Kosten im Vordergrund. Die meisten Banken legen andere Gebühren an als bei einem regulären Girokonto oder Gemeinschaftskonto. Sprich: Das Basiskonto bietet weniger Leistung, ist aber teurer. Daher spielen die Kontoführungsgebühren eine wichtige Rolle bei der Beurteilung des besten Basiskontos. Einige Banken langen nämlich ordentlich zu bei den Gebühren. Laut einer Erhebung des Magazins Finanztest aus dem Jahr 2017 kann ein Basiskonto bis zu 100 Euro jährlich an Gebühren kosten. Klar ist dabei: Wenn du dich für eine Direktbank entscheidest, kannst du Kosten sparen. Denn am teuersten war das Basis-Konto im Test bei einigen Regionalbanken, darunter die Volksbanken.

Das Girokonto für alle wird tatsächlich von einigen Direktbanken kostenlos angeboten. Hier solltest du jedoch nicht nur auf die Kontoführungsgebühren schauen – auch der gratis Bargeldbezug muss möglich sein. Zahlst du regelmäßig Geld auf dein Konto ein, muss auch eine kostenlose Einzahlungsmöglichkeit gegeben sein. Daneben ist der Ablauf des Bankings insgesamt wichtig. Schaue dir daher an, wie nutzerfreundlich Onlinebanking und die App sind.

Basiskonto Gesetz: Das ist die Rechtslage

Ein eigenes Girokonto war lange für viele Menschen in Deutschland keine Selbstverständlichkeit. 2016 wurde mit der Einführung des Zahlungskontengesetzes die Rechtsgrundlage geschaffen, dass Verbraucher einen Basiskonto Vertrag abschließen können, sofern bei keiner anderen Bank ein Konto besteht. Einige Banken, darunter die Deutsche Bank, nahmen das zum Anlass, die Kontoführungsgebühren relativ hoch anzusetzen – für weniger Leistungen als bei einem regulären Girokonto. Der Gesetzgeber fordert angemessene Preise für das Jedermannkonto. Die Politik der Deutschen Bank gefiel dem Bundesverband Verbraucherzentrale jedoch nicht und der Fall ging bis vor den Bundesgerichtshof. Der begründete in seinem Gerichtsurteil vom 30. Juni 2020 (Az. XI ZR 119/19), dass 8,99 Euro für ein Basiskonto auf keinen Fall angemessen seien. Eine Obergrenze nannten die Richter trotzdem nicht. Auch das Zahlungskontengesetz bleibt vage. Hier heißt es in § 41, 2 lediglich, die marktüblichen Entgelte sowie das Nutzerverhalten seinen zu berücksichtigen. Das heißt auch, dass die Banken den Mehraufwand, den die Verwaltung eines Basiskontos mit sich bringt, nicht einfach auf die Kunden umlegen dürfen.

Basiskonto kostenlos: Das ist wichtig!

Laut Gesetz ist das Basiskonto ein Bankkonto für alle. Das bedeutet jedoch nicht, dass es gratis ist. In den meisten Fällen verlangen die Banken Kontoführungsgebühren, manche sogar noch extra, wenn Überweisungen gemacht werden. Ein kostenloses Basiskonto ist jedoch bei einigen Direktbanken zu haben. Gebührenfrei heißt, es fallen keine Kontoführungsgebühren an. Ob der Bargeldbezug am Automaten kostenfrei ist, steht auf einem anderen Blatt und hängt davon ab, ob die Direktbank mit einem Verbund kooperiert, eigene Geldautomaten hat oder den Bargeldbezug im Supermarkt ermöglicht. In der Regel gibt es für den Verbraucher jedoch kostenfreie Lösungen. Eine Kostenfalle lauert bei den Überweisungen: Die sind nur gratis, wenn sie online durchgeführt werden. Eine telefonische Überweisung verursacht Gebühren.

Tipp: Achte bei den Direktbanken auch auf eventuelle Konto Nebenkosten. Nicht alles, was gratis erscheint, ist wirklich bedingungslos kostenlos.

Anspruch auf Konto: Hat jeder Recht auf ein Bankkonto?

So viel vorab, eine gesetzliche Pflicht, ein Girokonto zu führen gibt es nicht. Im Alltag geht es jedoch nicht ohne. Kein Gehaltseingang, keine Miete, kein Dauerauftrag für Telefon und Strom – wer kein Konto hat, kommt schnell an seine Grenzen. In der Vergangenheit kam es allerdings immer wieder vor, dass Verbrauchern mit schlechter Bonität oder Arbeitslosen ein Bankkonto verweigert wurde. 2016 wurden das Recht auf ein Konto eingeführt. Mit dem Zahlungskontengesetz wurde das Girokonto für alle ab 2016 Wirklichkeit. Das bedeutet, die Bank darf dir ein Basiskonto nicht verweigern, sofern du nicht bei einem anderen Institut bereits ein Konto hast. Übrigens ist ein fester Job nicht die Voraussetzung für ein Girokonto. Auch Arbeitslose erhalten ein Bankkonto. Studenten müssen nicht auf das Basiskonto zurückgreifen, da es ein spezielles Studentenkonto bei vielen Banken gibt. Das gilt auch für Kinder und Jugendliche – das Kinderkonto gibt es schon ab sieben Jahren.

Was kostet ein Basis Konto?

Wenn dein monatliches Budget knapp ist, wirst du darauf achten, dass die Kosten für das Basiskonto nicht zu hoch ausfallen. Wie unsere Stichprobe ergeben hat, ist die Spanne bei den Gebühren sehr groß. Bei einigen Banken zahlst du gar nichts für das Bürgerkonto, andere verlangen 100 Euro und mehr im Jahr alleine für die Kontoführungsgebühren. Nach dem aktuellen Urteil des BGH, das in seiner Urteilsbegründung von „angemessenen Kosten“ für ein Basiskonto sprach, ist es ohnehin fraglich, wie lange sich diese hohen Preise noch halten. Kosten bei einem Basiskonto können entstehen für:

  • die monatlichen Kontoführungsgebühren
  • Gebühren für Überweisungen und Daueraufträge
  • Bargeldbezug an Automaten
  • Ausgabe einer Girocard

Der größte Posten sind die Kontoführungsgebühren. Rein statistisch kostet das Basiskonto durchschnittlich 4,88 Euro im Monat. Vergleiche daher gut und überlege an einem kostenlosen Jedermannkonto.

Tipp: Entscheide dich nach Möglichkeit für ein Onlinekonto – das gibt es auch bei Filialbanken. Denn die Dienstleistungen in der Filiale treiben den Preis nach oben. Mit Internetbanking kannst du daher bares Geld sparen.

Basiskonto ohne Schufa – findet wirklich keine Abfrage statt?

Eine schlechte Schufa kann bei der Kontoeröffnung große Probleme bereiten. Die gibt es bei einem Basiskonto nicht. Das bedeutet, du musst dir um deine Schufa-Einträge keine Gedanken machen. Denn auch bei schlechter Bonität darf der Antrag auf Kontoeröffnung nicht abgelehnt werden. Während die Bank bei einem regulären Girokonto immer eine Abfrage bei der Schufa startet, findet diese beim Jedermannkonto gar nicht erst statt. Das hat noch einen weiteren Vorteil. Denn jede Anfrage bei der Schufa, sei es eine Kontoeröffnung oder eine Kreditkarte, hat zunächst einen nachteiligen Einfluss auf die Bonität und wirkt sich am Anfang auf den Schufa-Score aus. Da die Abfrage bei der Auskunftei nicht stattfindet, ist das Basiskonto für dich auch dann eine interessante Lösung, wenn du nicht möchtest, dass deine Bonität weiter nach unten geht. Ein Basiskonto kann aus diesem Grund auch ein smartes Tool für Finanzmanagement sein, um nach und nach die eigene Bonität wieder zu erhöhen.

Kündigung Basiskonto: Das ist zu beachten!

Du hast jederzeit das Recht, dein Basiskonto zu kündigen. Manchmal sind Kündigungsfristen zu beachten – die Einzelheiten findest du in den AGB. So gehst du bei der Kündigung vor:

  1. Kündige immer schriftlich – einige Onlinebanken erlauben es dir auch, in deinem Bankingportal zu kündigen.
  2. Nenne den Termin, zu dem du die Kontolöschung wünschst.
  3. Gebe deine neue Bankverbindung an, damit man dir Restguthaben überweisen kann.
  4. Unterschreibe diesen Brief und sende ihn per Einschreiben, damit du einen Nachweis hast. Du kannst die Kündigung auch in der Bank abgeben.

Wann kann ein Basiskonto gekündigt werden?

Die Bank kann das Basiskonto kündigen, wenn du länger als drei Monate Kontoführungsgebühren nicht bezahlt hast, du Rückstände von 100 Euro hast und zu erwarten ist, dass du weiterhin nicht zahlst. Auch bei einer Straftat gegen die Bank, ihre Mitarbeiter oder einen Kunden wird das Konto aufgelöst. Solltest du das Jedermannkonto für illegale Zwecke nutzen oder falsche Angaben zu deiner Person gemacht haben, ist ebenfalls Schluss. Weitere Kündigungsgründe sind:

  • Du hast das Konto 24 Monate nicht mehr genutzt
  • Du führst bei einer anderen Bank ein reguläres Girokonto
  • Es wurde bei einer anderen Bank ein anderes Basiskonto eröffnet
  • Du hast eine Änderung der AGB gemäß § 675g BGB abgelehnt

Gut zu wissen: Aufgrund niedriger Einkünfte, mangelnder Bonität oder schlechter Schufa darf das Basiskonto nicht gekündigt werden.

Basiskonto in P-Konto umwandeln: Ist das möglich?

Trotz laufender Pfändung ist es natürlich möglich, das Basiskonto als P-Konto zu führen. Am besten wird der Antrag gleich bei der Kontoeröffnung gestellt. Droht eine Pfändung, ist es natürlich auch machbar, die Umwandlung zu einem späteren Zeitpunkt in die Wege zu leiten. Du kannst sicher sein, dass bei einem Basiskonto der Pfändungsschutz greift – gepfändet werden darf nur bis zum Selbstbehalt. Der beträgt pro Person 1.178, 59 Euro – bei einem Gemeinschaftskonto gilt ein entsprechend höherer Selbstbehalt.

Gut zu wissen: Die Umwandlung in ein P-Konto ist nur möglich, wenn du nicht bei einer anderen Bank ein anderes Pfändungsschutzkonto führst.

Basiskonto für verschiedene Gruppen – was zu beachten ist

Je nachdem, welcher Personengruppe du angehörst, sind gewisse Dinge bei der Kontoeröffnung und der Auswahl des Kontos für Jedermann zu beachten.

Für Flüchtlinge und Asylbewerber

Einfach bei einer Direktbank ein tolles Angebot für ein Basiskonto nutzen? Für Flüchtlinge, Asylbewerber und Geduldete ist das in der Praxis nicht immer problemlos möglich. Grundsätzlich muss die Bank vorgelegte Unterlagen wie

  • Ankunftsnachweis
  • Duldungsbescheid
  • Flüchtlingspass
  • andere Dokumente zum Aufenthaltsstatus

anerkennen. Wird dann jedoch das Videoident-Verfahren für ein Online Jedermann Konto gewählt, scheitert die Kontoeröffnung an den Richtlinien der BaFin. Die schreibt vor, dass ein Ausweisdokument mit holografischen Bildern in die Kamera gehalten werden muss. Wer keinen Pass hat oder aus einem Land stammt, dessen Ausweispapiere diese Merkmale nicht aufweisen, kann an diesem Verfahren nicht teilnehmen. Das kann auch auf der Post passieren, wenn das Postident-Verfahren gewählt wird.

Einige Filialen akzeptieren diese Dokumente, andere weigern sich. Meistens bleibt nur der Weg, das Bankkonto bei einer Filialbank zu eröffnen. Denn durch die mangelnde Akzeptanz der vorhandenen Unterlagen sind die günstigen Direktbanken keine Option.

Für Ausländer

EU-Ausländer und Drittstaatsangehörige mit einer gültigen Aufenthaltsgenehmigung dürften bei der Kontoeröffnung wenig Schwierigkeiten erwarten, sofern alle Dokumente vorgelegt werden. Die Bank benötigt den Personalausweis oder Reisepass sowie in diesem Fall eine gültige Meldebescheinigung. Die Kontoeröffnung ist damit bei Filial- und Direktbanken möglich.

Für Selbstständige

Ob Mindestgeldeingang oder hoher Geldeingang als Bedingung für erlassene Kontoführungsgebühren – nicht immer dürfen Selbständige von den günstigen Konditionen für ein Girokonto profitieren. Vom Basiskonto werden sie allerdings nicht ausgeschlossen. Dieses Recht hat jeder, der sich legal in Deutschland aufhält. Beim Basiskonto gilt: gleiches Recht für alle.

Basiskonto in Österreich / Schweiz

Ein Konto für alle auch bei den Nachbarn? Wir haben uns einmal umgeschaut.

Österreich

Auch in Österreich hat jeder, der sich legal im Land aufhält, seit 2016 das Recht auf ein Basiskonto. Überzogen werden kann es nicht, aber Einzahlungen, Abhebungen, Überweisungen innerhalb der EU und Online-Zahlungen sind damit möglich.

Schweiz

In der Schweiz kommt der Postbank die Grundversorgung zu. Dort wird ein Jedermann Konto angeboten. Dabei handelt es sich um ein Sparkonto, das wie ein Girokonto genutzt wird. Kontoführungsgebühren werden nicht erhoben, zehn Überweisungen pro Jahr sind frei. Auch Ausländer können dieses Konto eröffnen.

Die Bank verweigert das Basiskonto – das ist jetzt zu tun

Das Bankkonto für jeden? Das denkst du nicht mehr, wenn dir die Eröffnung des Guthabenkontos verweigert wurde. Wenn keine der Gründe, die wir im nächsten Abschnitt nennen, vorliegen, hast du nun drei Möglichkeiten, etwas zu unternehmen:

  1. Verwaltungsverfahren bei der BaFin beantragen: Um doch noch an das Basiskonto zu kommen, empfiehlt es sich, bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ein Verwaltungsverfahren zu beantragen. Das ist günstig und läuft unseren Erfahrungen nach effektiv ab. Am besten per Einschreiben. Bist du im Recht, ordnet die BaFin die Kontoeröffnung an.
  2. Ombudsmann: Sinnvoll kann es ebenfalls sein, den Ombudsmann des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) um Hilfe zu bitten.
  3. Klage: Möglich, aber langwierig und teuer wäre eine Klage vor einem Zivilgericht.
Gut zu wissen: Die Bank muss schriftlich erklären, warum sie die Kontoeröffnung ablehnt und dich über deine Rechte informieren. Das Formular für einen Überprüfungsantrag bei der BaFin muss beigefügt werden – so schreibt es das Gesetz vor. Die Ablehnung muss innerhalb von zehn Tagen erklärt werden.
Tipp: Wenn du der Meinung bist, dass die Bank im Unrecht ist, solltest du erst prüfen, ob nicht ein wichtiger Ablehnungsgrund vorliegt. Falls nicht, musst du abwägen, ob es nicht praktischer sein kann, aus dem Girokonto Vergleich ein anderes Basiskonto auszusuchen und dort dein Konto zu eröffnen.

Ablehnungsgründe für ein Basiskonto

Die Bank hat die Eröffnung eines Basiskontos abgelehnt? Die Ablehnung kann folgende Gründe haben:

  • Die Identität des Kontoinhabers konnte nicht ordnungsgemäß nachgewiesen werden – das ist der Fall, wenn ein Ausweisdokument fehlt.
  • Es wird bereits bei einer anderen Bank in Deutschland ein Basiskonto geführt.
  • In den letzten drei Jahren wurde der Kunde wegen einer vorsätzlichen Straftat gegen die Bank, einen Mitarbeiter oder einen anderen Kunden verurteilt.
  • Es wird bereits ein Bürgerkonto bei dieser Bank geführt.
  • Die Bank hat den Kontovertrag wegen der Nutzung zu illegalen Zwecken oder aufgrund von Zahlungsverzug nachweislich und berechtigt gekündigt.
  • Der Antragsteller hat gegen die allgemeinen Sorgfaltspflichten, die im Geldwäschegesetz und im Kreditwesengesetz niedergelegt sind, verstoßen.

Zusammenfassung

Das Basiskonto ist nicht das perfekte Konto. Oft sind die Gebühren zu hoch und der Leistungsumfang ist beschränkt. Allerdings können viele Menschen mit dem Jedermannkonto wieder in geordnete finanzielle Verhältnisse zurückfinden. Obdachlose und Flüchtlinge haben damit die Möglichkeit, wieder in der Gesellschaft anzukommen. Argumente für das Basiskonto sind weiterhin, dass es sich um eine Art reduziertes Girokonto ohne Schufa handelt und auch ein fester Wohnsitz nicht erforderlich ist. Neben diesen Vorteilen kann das Basiskonto jedoch vergleichsweise hohe Kosten verursachen. Es empfiehlt sich daher unbedingt, einen Kontovergleich durchzuführen und die Preise zu vergleichen.

Du hast weitere Fragen zum Basiskonto oder möchtest von deinen Erfahrungen berichten? Auch Tipps sind herzlich willkommen. Wir freuen uns auf deinen Kommentar!
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